WAZ 1.03.2014 über das Konzert in Hattingen am 7.3.2014

Licht strahlt in allen Klangfarben

Vor einem Lichtbogen dirigierten Bernd Wolf und Wolf Dieter Schäfer die Jungen Hattinger Sinfoniker.

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Hattingen. Dank einer schillernden Palette von „Greensleeves“ über „Rhapsody in Blue“ bis „Roter Mohn“führten die Jungen Hattinger Sinfoniker „Vom Dunkeln ins Licht“ - so das Motto des Konzerts in der Gesamtschule. Stilistisch reichte das Spektrum vom Jugendwerk Mozarts bis zu russischem Revolutions-Pathos.

„Vom Dunkeln ins Licht“ ist das Motto des Konzertes der Jungen Hattinger Sinfoniker in der gut besuchten Aula der Gesamtschule.

An diesem Abend dreht sich in der Musik alles ums Licht: „Irgendwie lag das Thema in der Luft“, erzählt Dirigent Bernd Wolf gut gelaunt. Im Wechsel mit Wolf Dieter Schäfer führt er die Jungen Hattinger Sinfoniker durch ein farbenfrohes und abwechslungsreiches Programm. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Margret Melsa, die die Bedeutung der Musik und des gemeinsamen Musizierens auch für die Persönlichkeitsentwicklung und Teamfähigkeit junger Menschen hervorhebt, sorgen die spielfreudigen Jungen Hattinger Sinfoniker für die Einstimmung auf das Thema des Abends mit der Ouvertüre aus „Apollo und Hyacinthus“, einer Oper des erst elfjährigen Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791).

Klangfarbenreich und voller Spannung interpretieren sie, differenziert dirigiert von Bernd Wolf, Alexander Glasunovs (1865 - 1936) sinfonische Dichtung „Durch Nacht zum Licht“. In breitem Fluss der ausdrucksstark aufspielenden Streicher setzt sich das Licht in diesem Werk, das Einflüsse der russischen Nationalromantik mit der westeuropäischen Romantik verbindet, siegreich gegen die Dunkelheit durch. Mit Swing und guter Laune präsentiert sich das „Regenbogen“-Medley, in dem auch die nostalgische Melodie von Judy Garlands Evergreen „Somewhere over the Rainbow“ hörbar wird. Elemente englischer Volkslieder vereint die Komposition „Greensleeves“ von Ralph Vaughn Williams (1872 - 1958); malerische Pizzicati und weiche melodische Bögen der Streicher betonen den folkloristischen Charakter des Werkes.

Ein Highlight des Abends ist George Gershwins (1865 - 1936) quirlige „Rhapsody in Blue“, mit der die Sinfoniker zusammen mit Pianist Tilman Wolf das New York der 1920er Jahre lebendig werden lassen. Präzise Tempi, vitaler Ausdruck und der differenzierte Anschlag des Solisten verbinden sich zu einer packenden Interpretation.

Ruhiger und bildhafter, aber voll romantischer Klangfülle und Farbenreichtum ist die Fahrt Phaetons auf dem Sonnenwagen, die Camille Saint-Saens’ (1835 - 1921) gleichnamige sinfonische Dichtung schildert. Nach den wehmütig-dramatischen „Banks of Green Willow“ des im Ersten Weltkrieg gefallenen Komponisten George Butterworth (1885 - 1916) spielen die Jungen Hattinger Sinfoniker im kraftvollen Tanz der Seeleute aus dem russischen Revolutionsballett „Roter Mohn“ von Reinhold Gliere (1875 - 1956) temperamentvoll auf. Aparte Harmonien und repetitive Rhythmen entfalten in Manuel de Fallas (1876 - 1946) „Feuertanz“ eine magische Suggestivwirkung.

Mit John Williams’ Filmmusik zu „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ und Henry Mancinis „Rosarotem Panther“ endet ein unterhaltsamer Abend.

Konstanze Führlbeck 10.03.2014 | 18:30 Uhr