WAZ Hattingen 08.03.2015

Zum Schluss die Fifa-Fußballfanfare
Musikalische Maskeraden von Venedig bis Rio präsentierten die Jungen Hattinger Sinfoniker in der Aula der Gesamtschule.

Die Jungen Hattinger Sinfoniker boten beim Konzert in der Gesamtschul-Aulaein anspruchsvolles Programm zum Motto „Musikalische Maskeraden“

Eine musikalische Einstimmung auf das Motto Karneval ist die Suite „Carnevale di Venezia“ mit Stücken von André Campra (1660-1744) und Antonio Vivaldi (1678-1741) zum Auftakt des Konzertes der Jungen Hattinger Sinfoniker am Freitagabend in der Gesamtschul-Aula mit dem Titel „Von Venedig bis Rio – musikalische Maskeraden“: Ein festlicher Marsch voll federnder Leichtigkeit wechselt sich bei ab mit nachdenklichen Stücken und Passagen voll übermütiger Fröhlichkeit. Nach anfänglichen Unsicherheiten kommen die Nachwuchsmusikerinnen und -musiker unter Leitung von Wolf Dieter Schäfer in Fahrt und gestalten den unterschiedlichen Charakter der einzelnen Sätze mit unüberhörbarer Spielfreude.

Sehr martialisch und kraftvoll ist die Parade der Wagenlenker von Miklos Rozsa aus dem Oscar-prämierten Film „Ben Hur“, in markanten Rhythmen und kraftvollen Konturen von den Jungen Hattinger Sinfonikern gespielt unter der Leitung von Bernd Wolf. Und noch ein dritter Dirigent zeichnete für den Abend verantwortlich: Erstmalig musizierte auch Gunnar Wirth mit dem Orchester und stellte sich mit Peter Tschaikowskys „Tanz der Narren“ aus dem Ballett „Schneeflöckchen“ op.12 vor, die die unglückliche Liebesgeschichte einer traditionellen russischen Sagengestalt schildert. Kraftvoll und in präzisen Konturen spielen die Jungen Hattinger Sinfoniker das Thema, schnelle sichere Tempi und markante Rhythmen begeistern trotz einer schleppenden Stelle der Streicher das Publikum.

Ein fesselndes lautmalerisches Stimmungsbild ist der Hahnentanz aus Carl Nielsens (1865-1931) Oper „Maskerade“. Dass sie außerdem auch dramatische Akzente in lautmalerischen, farbenreichen romantischen Klangschattierungen setzen können, beweisen die Nachwuchstalente unter Wolf Dieter Schäfers Leitung im „Carneval romain“ von Hector Berlioz (1803-1869). Mitreißend gespielte Wildwestromantik in markanten Klangkontrasten ist das Leitthema aus Elmer Bernsteins Filmmusik zu „Die glorreichen Sieben“, jazzig-erotische Stimmung klingt in Luiz Bonfas (1922-2001) Manha de Carnaval aus „Orfeo Negro“ an.

Die rassig-geschmeidige Interpretation des Bacchanales aus Camille Saint-Saens (1835-1921) „Samson und Delilah“ mit orientalischem Flair und Erik Saties (1866-1926) buntes Klangpanorama aus seinem Ballett „Parade“ runden ein vielseitiges, anspruchsvolles Programm ab, das mit der Fifa-Fußballfanfare von 1998, dem Carnaval de Paris, ausklingt.

Konstanze Führlbeck